Das Baltikum 2017

Diesmal stand das Baltikum auf unserer Liste. Wir hatten schon viel gelesen und Dokus angesehen.  Nun stand es an, die Länder des Baltikums auf eigene Faust zu erkunden. Und eins vorweg, wir waren nicht zum letzten Mal hier. Gerade Litauen und vor allem Lettland haben uns super gut gefallen. Traumhafte Strände, so freundliche Leute und tolle Natur. Das beschreibt den Trip vollends.

18.03.2019 12:28

Anreise und Polen

Der erste Reiseteil führte uns von Engelskirchen über volle deutsche Autobahnen knapp süd-östlich hinter Berlin zum Scharmützel See. Diesen erreichten wir am späten Abend. Ein wirklich großer Campingplatz direkt am Scharmützel See gelegen. (campingplatz-schwarzhorn.de) Am Morgen war der erste Gang direkt zum See und ein schnelles Bad nehmen, bevor es wieder auf die Straße ging.

Über Frankfurt Oder reisen wir nach Polen ein. Beste Autobahnen führten uns weiter Richtung Posen. Wo wir etwas außerhalb auf einem kleinen Campingplatz, mit schweren Verständigungsproblemen, einen Platz für zwei Nächte fanden. Bei bestem Wetter war der erste Gang natürlich zum See und Angeln... leider ohne Erfolg.

Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Allenstein (Olsztyn). Hier suchten wir einen Campingplatz auf dem ich bereits 2002 auf einem Roadtrip durch Polen war. Der war wirklich klasse, ein kleiner Platz mit vielleicht 10 Stellplätzen, direkt am See. Hier sind wir dann auch drei Tage geblieben, bevor wir uns über Rastenburg zur Wolfsschanze aufmachten. Das war wirklich sehr beeindruckend. So dicke Betonmauern haben wir noch nie gesehen. Faszinierend war aber auch, wie sich die Natur das Gebiet wieder zurück holt...

Von dort führte uns der Weg über Suwalken nach Druskininkai in Litauen...

Anreise und Polen

18.03.2019 12:33

Litauen

Die erste Station in Litauen war Druskininkai. Eine sehr schöne Stadt mit einem sehr gepflegten Stadtcampingplatz. Leider war an diesem Wochenende Hundeausstellung in der Stadt, somit war alles voll Hunde, auch auf dem Campingplatz. Wir haben ja selber einen Hund und es stört uns garnicht wenn irgendwo Hunde sind... aber es waren gefühlte 10.000 Hunde in der Stadt. Gefühlt 5.000 auf dem Campingplatz...

Aber die Stadt war wirklich sehr schön, viele bunte Häuser und geschmückte Kirchen. Das Wetter war auch einfach klasse, sodass wir lange in einem Cafe in der Stadt dem  Abend genießen konnten...

Weiter ging die Fahrt über Alytus nach Ventainė am kurischen Haff. Sehr windig war es hier, aber auch sehr schön und ruhig. Von hier aus hatte man schon einen schönen Blick über das Haff rüber zur Kurischen Nehrung. Ein Teil der Toilettenanlagen war recht luftig gestaltet. Das Hauptgebäude mit Restaurant und Sanitäranlagen war aber tadellos.

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Kleipeda. Litauens große Hafenstadt. Hier haben wir uns nicht allzulange aufgehalten, sondern sind mit einer kleinen Fähre auf die kurische Nehrung übergesetzt. Der größte Ort auf der Nehrung ist Nidden. Hier gibt es auch nur einen Campingplatz und da der Rest der Nehrung Naturschutzgebiet ist, war es nicht möglich frei zu stehen. Wie gesagt, es gibt nur einen Campingplatz in Nidden und dieser ist entsprechend teurer als die bisherigen Plätze. Dafür sind die Plätze schön unter Kiefern gelegen und der Platz bietet einiges an Sportmöglichkeiten und Spielplätzen für Kinder.

Gelegen ist der Platz direkt angrenzend an die Parnidis-Düne. Wirklich eindrucksvoll und ein klasse Gebiet um in der Sonne etwas auszuruhen oder für die Kinder das Dünenhüpfen zu üben. Die Parnidis-Düne ist eine der größten Wanderdüne Europas und wirklich sehr lohnenswert. Nidden ansich ist schon recht touristisch angehaucht. War ja auch zu erwarten, dennoch würden wir wieder dort hinfahren, es hat uns wirklich sehr gut gefallen.

Litauen

18.03.2019 12:36

Lettland

Die nächste Etappe stand an. Wir haben uns von Kleipeda auf den Weg Richtung Lettland gemacht. Kurz nach der Grenze haben wir Erfahrung mit den lettischen Straßen gemacht. 80% Schotter- und vor allem Wellblechpiste... großer Spaß. Da der Sommer recht trocken war, hatten wir auch sehr viel Staub unterwegs. Schnell fahren wollten wir ja eh nicht, wäre auch nicht möglich gewesen.

Der erste Halt in Lettland war auf einem kleinen Campingplatz in der Nähe von Pape (Draugu Mājas). Sehr nette Leute und alles ganz entspannt hier...

Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Liepāja. Wir mussten unsere Vorräte auffüllen und das wollten wir auf dem örtlichen Markt tun. In diesem Fall war es eine riesige Markthalle. Eins habe ich am Anfang vergessen zu erwähnen, wir haben uns zum Ziel gemacht, diesen Urlaub auf Schuhe zu verzichten. Die Letten haben nicht schlecht gestaunt als wir fünf Barfuß durch die Markthalle gestiefelt sind :-) Einkaufen in Lettland, ähnlich wie in Litauen ist super. Zum Einen findet man alle Nase lang gut sortierte Supermärkte (auch Kaufland und Lidl) zum Anderen sind die Preise deutlich günstiger als hier in Deutschland. Und das Angebot ist in den lettischen Supermärkten klasse. Man findet immer eine Art Snackbar, an denen man alles für kleine Mittagessen braucht, in einer riesigen Auswahl bekommt. Vor allem das kleingeschnittene, frittierte Brot mit ordentlich Knoblauch hat es uns angetan... Sehr zu empfehlen!

Nach einem Rundgang durch die schöne Stadt Liepāja ging es weiter zum kleinen Ort Zimupe.

18.03.2019 12:42

Teil zwei in Lettland

Von Ziemupe aus ging es weiter Richtung Norden. Die Womo-Reihe berichtete über eine Straße die von Ziemupe aus weiterführt. Sie sei etwas anspruchsvoller hieß es... naja wenn man dort nicht gerade erst Holz gefällt hätte und mit den Rücke-Fahrzeugen tiefe Spuren in den Feldweg gefahren hätte, wäre das Ganze nicht so schlimm gewesen. Hatte man aber, und so kam es, dass wir uns gnadenlos festfuhren. Etwa 1,5 Stunden haben wir gebraucht um den Sprinter aus dem Schlamm zu graben... Nun haben wir neue Reifen, das wird uns so schnell wohl nicht mehr passieren...

Nachdem wir uns, und vor allem unsere Füße gründlich gereinigt hatten, ging es über unzählige Feld- und Schotterpisten weiter Richtung Ventspils - die Stadt der Spielplätze. Wirklich cool was die eine Menge an Spielplätzen in der Stadt verteilt haben. Spazieren gehen dauert mit drei Jungs entsprechend lange... Auch sehr cool sind die riesigen Anker die im Stadtpark rumstehen...Am Abend haben wir uns ein kleines Restaurant gesucht und wirklich gut und viel gegessen, die Kosten waren mit knapp 35€ für uns alle fünf durchaus akzeptabel.

Weiter ging es dann durch den Slīteres nacionālais parks. Die Nordspitze von Lettland. Sehr schön, aber leider auch sehr voll. Nächster Halt war ein Campingplatz bei Abragciems. Von dort gings weiter Richtung Riga. Zunächst haben wir aber einen Zwischenstopp im Ķemeri Nationalpark gemacht. Super schöne Hochebene mit kleinen Wanderwegen auf Stegen und durch den Wald. Ein Abstecher der sich lohnt. Ebenso wie Riga. Sehr schöne Altstadt mit netten kleinen Cafes, Bars und Restaurants. Auch hier wollen wir nochmal hin.

Lettland

Unser Tipp: Ziemupe

Die WoMo Reihe führte uns zu einem kleinen Campingplatz nahe Ziemupe. Das war wirklich einer der schönsten Orte der Reise. Ein ganz kleiner Platz mit, ich denke max. 5-7 Stellplätzen in einem großen Waldgebiet. Man sieht seine Nachbarn nicht, man hört sie höchstens beim Holzhacken. Jeder Platz hat eine eigene kleine Feuerstelle. Die Besitzer haben eine kleine Hütte wo man Kleinigkeiten (Eis etc.) kaufen kann. Wenn man nachfragt, bekommt man auch von der Mutter des Besitzers selbst gebackenes Brot. Einfach super. Das Ganze hat einen künstlerischen Hauch. An der Küste stehen alte kleine Schulbänke, es gibt eine riesige Schaukel am Weg zum Strand. Dann dieser Strand. Feinster Sand und quasi Menschenleer. Wir haben zwei Tage am Strand verbracht und auf drei Kilometern waren wir die einzigen. Hier fahren wir auf jedenfall nochmal hin!

13.04.2019 10:15

Berg der Kreuze

Nächstes Ziel war der Berg der Kreuze. Wir hatten im Vorfeld einen Bericht im TV darüber gesehen. Da wir nun in der Gegend waren, wollten wir uns das mal genauer ansehen. Das war schon recht beeindruckend, wie viele Kreuze man dort hingebracht hat. Es waren wirklich unzählige. Leider ist diese Stelle auch eine total überlaufene Touristenattraktion geworden. Busweise wurden die Menschen dort hingefahren. Wir waren allerdings auch um die Mittagszeit dort. Vielleicht sollte man sich eine andere Zeit, später Nachmittag aussuchen um den Berg zu besuchen, dann ist es sicherlich etwas ruhiger und weniger voll.

Weiter führte uns nun der Weg wieder zurück nach Litauen zu einem kleinen Steinpark. Dieser war wirklich klasse. Orvidas Sodyba "Mystischer Garten" ist eine Ansammlung von unzähligen Steinskulpturen, Schnitzereien und kleinen Hütten mit sehr mystischen Figuren drin. Heute werden hier auch an einem steinernen Altar Trauungen und Messen abgehalten. Das ist ein Abstecher, der sich wirklich lohnt. Überall gibt es Dinge zu Entdecken und vor allem gibt es schöne Fotomotive.

Abends haben wir einen kleinen Campingplatz (wieder in Lettland) gefunden. Noch einmal zum Meer und an den Strand. Am nächsten Tag hatten wir nochmal Grund zum Feiern, denn Max hatte Geburtstag und wurde drei Jahre alt. Nach dem Frühstück machten wir uns dann auf nach Kleipeda zur Fähre. Das erste mal nach drei Wochen hieß es Schuhe anziehen... war schon ein seltsames Gefühl :-)

Da wir den Fährplatz erst kurz vor der Ankunft in Kleipeda gebucht hatten, bekamen wir keine Kabine mehr, also Schlafsessel. Richtig blöd. Das waren sehr lange Stunden auf der Fähre. Dafür konnten wir den Sonnenaufgang über Bornholm genießen. Wir kamen Vormittags dann in Kiel an und machten uns direkt auf den Weg nach Hause.

So gingen drei wundervolle und spannende Wochen im Baltikum zu Ende. Wir haben einiges gelernt auf dieser Reise. Erstens: Wir müssen den Sprinter noch besser ausstatten. Zweitens: Die Menschen im Baltikum sind super freundlich und nett. Es hat richtig Spaß gemacht hier zu Reisen, und Drittens: Wir kommen wieder! Das war sicher nicht das letzte Ma,l das wir das Baltikum bereist haben. Es gibt noch Vieles mehr zu entdecken. Wir haben das Landesinnere von Lettland und Litauen nicht wirklich erfahren können. Zudem fehlt uns noch Estland. Das werden wir im Sommer 2019 jedenfalls nachholen