Opel Vivaro

Auf den Opel Vivaro möchte ich nicht im großen Maße eingehen. Das Fahrzeug ist Geschichte, aber dennoch haben wir hier einige Änderungen und Einbauten vorgenommen. Erstes war der Anbau einer Markise. Ohne geht's gar nicht. Die Auswahl fiel hier auf die Fiamma F45. Hat wirklich immer gute Dienste geleistet. Das Herz blutete nur etwas als man beim Anbau der Halterungen in die Karosserie bohren musste.

Eingebaut haben wir ebenfalls einen kleinen Klapptisch und ein Campingelement, welches nicht nur vier große Schubladen für Kleidung etc. geboten hat, es gab auch eine kleine Schublade für Besteck etc. und eine weitere große für Gas, Wasser und Grill.

Mercedes Sprinter W906 L4H2

Die Fahrzeugwahl

Einige Kriterien ließen die Wahl auf dieses Fahrzeug fallen. Erstens, das Fahrzeug muss eine Ladefläche von min. drei Meter haben, zweitens 5 Sitzplätze und eine vernünftige Stehhöhe. Da das Auto hauptsächlich für Firmenzwecke genutzt wird, muss der Umbau schnell ein- und ausgebaut werden können. Dennoch wird für Montagearbeiten auch Bett und Transportmöglichkeit von Platten, Gerüst und Werkzeug benötigt. Also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Die Basis

Opel Vivaro

Technische Infos zum Sprinter

-Typ: Mercedes Sprinter W906, Bj. 2016

- Länge 4 (6.950 mm), Höhe 2 (2.385mm)

- Motor: 2,5l CDI, 164 PS, Euro 6d

- Zul. Gesamtgewicht: 3499 kg

- Bereifung: BF Goodrich All Terrain, 225 x 75 R16, auf Stahlfelge

 

Isolierung

Eine der wichtigsten Arbeiten beim Aufbau eines Campers ist die vernünftige Isolierung.

Ich habe mir viele Gedanken über dieses Thema gemacht und mir etliche Foren und Bilder im Netz angesehen, verschiedenste Meinungen und Weisheiten durchgelesen. Die für mich sinnvollste Methode ist die Arbeit mit Armaflex. Das Material ist sehr gut zu verarbeiten, nimmt kein Wasser auf und bietet sehr gute Isolationswerte. Gerade beim Sprinter, wo man viele Ecken und Kanten hat war es super einfach das Material zu verarbeiten. Ich habe verschiedene Stärken verwendet: 3, 6, 12 und 30 mm. So kann man die vielen verschiedenen Höhen sehr gut ausgleichen.

Einen Fehler habe ich dann aber doch gemacht. Ich habe auch sämtliche Holme mit isoliert. Das machte es im Nachgang nicht so einfach die Decke und auch die Airliner-Schienen zu verbauen. Daher habe ich Teile der Isolierung an den Holmen wieder entfernt um die Montage der restlichen Bauteile zu vereinfachen.

Den Boden haben wir, an dieser Stelle ein kleines großes Dankeschön an Mister Spelz, komplett ausgebaut. Dann auf dem Bodenblech Trittschalldämmung verklebt und den Originalboden, nachdem wir die Boden-Airliner-Schienen verbaut haben, wieder eingesetzt.

Der Effekt war sofort zu sehen, viel besser zu hören. Der Sprinter ist im leeren Zustand nun wirklich kein Fahrzeug mit leisen Fahrgeräuschen. Nach der Isolierung war das ein himmelweiter Unterschied. Geräusche von außen sind so gut wie ausgeblendet und andersherum entsprechend auch.

Eine Dachluke haben wir auch noch eingebaut. Hier ist es eine 30 x 30 cm Fiamma Vent Haube geworden. Diese hat einen Lüfter der Wunder wirkt. Zum Einen um morgens mal durchzulüften oder auch wenn man im Fahrzeug kochen muss, wirkt die Luke wie eine Dunstabzugshaube. Einfach total Praktisch.

Isolierung

Innenausbau Teil 1

Nach der Isolierung kam dann der Innenausbau. Plan war die Seitenwände mit Holzplatten zu verkleiden und anschließend mit Teppich zu beziehen. Da wir das Fahrzeug hauptsächlich als Montagefahrzeug einsetzen, große Tafeln und Schilder, sowie unser Gerüst transportieren müssen, habe ich hier einen günstigen Teppich ausgewählt, den wir im Zweifel einfach durch einen neuen ersetzen können falls er kaputt ist.

Davor haben wir noch die zusätzlichen Steckdosen (12V und USB) verlegt. Ebenso ein Schaltpaneel mit 12V, USB Steckdose und 6 Kippschaltern. Darüber schalte ich die Beleuchtung in der Decke und habe noch drei Schalter nicht belegt, falls noch Verbraucher hinzukommen. Ein Schalter des Paneels dient hier als Mainswitch, welches das Paneel ansich ein- und ausschaltet. Kabel sind natürlich schon vorgelegt zum Paneel, damit es später kein Gefummel gibt oder ich die gesamte Verkleidung wieder ausbauen muss.

Als Plattenmaterial habe ich 4 mm Tischlerplatten genommen. Da kann man schön den Teppich drauf verkleben. Darüber hinaus ist die Platte recht formstabil und das Gewicht hält sich auch in Grenzen. Also die Platten an die Holme genietet und gemerkt, dass man hier auf die Holme besser keine Isolierung aufgebracht hätte. Durch die Kraft der Nieten haben die Platten an den Stellen leichte Knicke bekommen. Hätte man an der Stelle besser anders gemacht... Beim mächsten Ausbau bin ich schlauer. Allerdings fällt es, nachdem wir die Wände mit Teppich bezogen haben, so gut wie garnicht mehr auf... also halb so schlimm.

Zuerst hatte ich den Teppich mit doppelseitigen Klebeband verklebt. Das hat aber nicht ordentlich gehalten. Dann  habe ich bei Würth Sprühkleber Power gekauft. Das Zeug ist wirklich gut und sehr zu empfehlen.

Ähnlich haben wir auch die Decke gebaut. Tischlerplatte mit entsprechenden Löchern für die LED Spots und darauf den Teppich geklebt. Dann noch die Airliner-Schienen verschraubt und zwar direkt durch die Platte durch in die Holme.

Innenausbau Teil 1

Innenausbau Teil 2

Weiter gings dann mit der Planung für den Innenausbau.

Lange habe ich mir über die richtige Aufteilung und vor allem über das richtige Material Gedanken gemacht. Wichtig ist, dass das Material leicht und sehr robust ist, da wir ja, wie bereits erwähnt, das Fahrzeug im Alltag als Montagewagen nutzen. Verschiedenste Einrichtungsversionen habe ich mir überlegt. Schränke, Staufächer und Sitz-, bzw. Schlafplatzvarianten durchdacht. Letztendlich bin ich doch zu einer "klassichen" Aufteilung gekommen. Rechts und links im Heck je eine Reihe Sitzbänke, angeordnet als U mit Tisch zum herunterlassen in der Mitte. Dazu Hängeschränke und einen Werkstattwagen als Schrank. Wichtig war, dass wir die einzelnen Elemente bei Bedarf schnell ein- und ausgebaut bekommen. Die Befestigung der Kisten im Boden erfolgt über je 4 eingelassene Gewindehülsen. Die Kisten werden ganz simpel mit 4 M6 Schrauben verschraubt.

Als Lieferant für das Material habe ich mir 4x4-innenausbau.de gewählt. Hier findet man im Shop alles was man für die Umsetzung benötigt. Ebenso viele Ideen der Einrichtung und Umsetzung in den Bildergalerien anderer Ausbauten. Herr Hildebrandt steht bei Fragen oder Anregungen gerne zur Verfügung, was doch an manchen Stellen recht hilfreich war. Ebenfalls bekommt man Planungshilfen wie Zuschnitt- und Materiallisten sowie Kontruktionsunterstützung.

Als nächstes waren dann Polster an der Reihe. Hier haben wir online maßgeschnittene Schaumstoffe bestellt. Hier haben wir eine sehr gute Qualität gewählt. Jetzt schläft man hier besser als zu Hause :-) Gut war, dass man online auch direkt die Bezüge in verschiedenen Ausführungen und Farben gleich dazu bestellen konnte. War zwar nicht ganz günstig aber es hat sich gelohnt.

Aktuell ist der Stand, dass noch ein Hängeschrank gebaut werden muss und der Wagen anschließend zur Autosattlerei Drechsler in Gummersbach gebracht wird um die letzten Ecken noch schön zu machen. Wer Sattlerarbeiten benötig hier bestens aufgehoben: www.autosattlereidrechsler.de

Innenausbau Teil 2

Roof-Rail

Auch hier war der Weg nicht ganz so einfach bis ich zum richtigen Ergebnis gekommen bin. Ich habe die Markise in der C-Schiene montiert. Das sollte auch so bleiben, denn dadurch haben wir einen wasserdichten Abschluß zwischen Bordwand und Markise.  Das wollten wir auch nicht ändern. Dadurch war es aber nicht möglich einen Dachträger von der Stange zu verwenden, denn auch diese werden alle in der C-Schiene verbaut. Beides passt nunmal nicht rein. Also blieb nur übrig einen Dachträger selber zu bauen. Dieser durfte nicht zu schwer werden, denn man hat nur 150kg Dachlast frei beim Sprinter. Also fiel die Wahl auf Alu-Nut-Profil. Dies ist leicht und sehr stabil. Wir haben 30 x 30 mm verwendet. Das reicht aus, man kann drauf stehen und Lasten wunderbar direkt aufschrauben. Es gibt genügend Anbauteile, Verschraubungs- und Kombinationsmöglichkeiten. Wir haben zunächst nur einen Teil des Daches mit dem Träger ausgestattet. Das reicht vom Platz den wir benötigen völlig aus und ist dementsprechend dann auch leichter.

Danke lieber Christian :-)

Roof-Rail